Angebote & Kundenkommunikation
Angebot für Büroreinigung erstellen: Pflichtangaben und Praxisbeispiel
Ein belastbares Büroreinigungsangebot verbindet Leistungsumfang, Turnus, Qualitätsgrenzen, Preis, Laufzeit und klare Ausschlüsse. Es sollte so konkret sein, dass Kunde und Reinigungsteam dieselbe Leistung verstehen und spätere Zusatzarbeiten eindeutig zugeordnet werden können.

Die Kernentscheidung auf einen Blick
Ein gutes Büroreinigungsangebot verbindet eine eindeutige Raum- und Leistungsliste mit realistischen Intervallen, vollständiger Kalkulation und klar geregelten Zusatzarbeiten.
Objekt und Reinigungsbedarf aufnehmen
Dokumentiere Fläche, Nutzung, Mitarbeiterzahl, Sanitärbereiche, Bodenarten und gewünschte Intervalle bei einer Objektbesichtigung.
Leistungen und Intervalle abgrenzen
Trenne Grundleistungen, periodische Leistungen und Zusatzleistungen. So erkennt der Kunde, was im Monatspreis enthalten ist.
Preis und Vertragsrahmen vollständig nennen
Nenne Preis, Abrechnungsmodell, Vertragsbeginn, Laufzeit, Zahlungsziel und Voraussetzungen klar. Unklare Ausschlüsse führen später zu Diskussionen.
Praxisablauf in sechs Schritten
1. Kundenbedarf schriftlich erfassen
Qualifiziere die Anfrage und prüfe, ob Objekt, Zeitfenster und Standort zu deinem Betrieb passen. Hole vor der Besichtigung die wichtigsten Eckdaten ein.
2. Leistung und Turnus abgrenzen
Ordne jedem Raum die konkreten Tätigkeiten und Intervalle zu: beispielsweise Papierkörbe und Sanitär dreimal wöchentlich, Böden zweimal wöchentlich sowie Türen und Sockelleisten monatlich. So wird der Leistungsumfang prüfbar.
3. Annahmen und Ausschlüsse nennen
Nenne Annahmen und Ausschlüsse ausdrücklich, etwa freie Zugänglichkeit, kundenseitig bereitgestelltes Wasser, keine Sonderentsorgung und separat zu beauftragende Glas- oder Grundreinigung. Unklare Sammelbegriffe wie „alles reinigen“ gehören nicht ins Angebot.
4. Preis und Zahlungsmodell erklären
Kalkuliere produktive Zeit, Fahrt, Material, Vertretung, Verwaltung und Risiko. Dokumentiere Annahmen, damit Änderungen nachvollziehbar neu bewertet werden können.
5. Freigabe und Startprozess definieren
Erstelle das Angebot mit Leistungsbeschreibung, Preis, Umsatzsteuerhinweis, Gültigkeit, Starttermin, Zahlungsbedingungen und klaren Zusatzleistungen.
6. Änderungen nachvollziehbar dokumentieren
Besprich offene Punkte, bestätige Änderungen schriftlich und lasse Auftrag beziehungsweise Auftragsbestätigung eindeutig freigeben.
Praxisregel: Jede Preisposition muss auf eine definierte Fläche, Tätigkeit und Häufigkeit zurückgehen. Änderungen an Räumen, Intervallen oder Zugangszeiten werden vor Ausführung schriftlich neu kalkuliert und freigegeben.

Welche Angaben und Nachweise du brauchst
- Kundendaten, Objektanschrift und Ansprechpartner
- Raumliste, Flächen, Bodenarten und Nutzungsintensität
- Leistungen und Reinigungsintervalle je Bereich
- Zeitfenster, Schlüssel-, Alarm- und Zugangsregeln
- Preis, Umsatzsteuer, Zahlungsziel und Angebotsgültigkeit
- Zusatzleistungen, Ausschlüsse und Regelung für Sonderaufwand
Verknüpfe jede Preisposition mit Objektbereich, Tätigkeit und Intervall. So kann der Kunde Leistungen vergleichen und das Team später genau erkennen, was geschuldet ist.
Ein konkretes Angebot kann den Anbieter rechtlich binden, wenn die Bindung nicht ausgeschlossen wird; dazu gehören auch eine klare Gültigkeitsfrist und der Annahmeweg nach § 145 BGB. Welche Unternehmensangaben auf dem Geschäftsbrief stehen müssen, hängt von der Rechtsform ab, zum Beispiel bei eingetragenen Kaufleuten nach § 37a HGB und bei einer GmbH nach § 35a GmbHG.
Praxisbeispiel: 900 m² Büro, dreimal pro Woche
| Position | Beispielansatz | Betrag |
|---|---|---|
| Regelmäßige Unterhaltsreinigung | 65 Stunden pro Monat × 38,00 € | 2.470,00 € netto |
| Material und Verbrauchsmittel | Monatspauschale | 95,00 € netto |
| Organisation und Qualitätskontrolle | Monatspauschale | 120,00 € netto |
| Monatspauschale | Summe vor Umsatzsteuer | 2.685,00 € netto |
| Umsatzsteuer | 19 % von 2.685,00 € | 510,15 € |
| Gesamt | Monatlich | 3.195,15 € brutto |
Das Beispiel rechnet mit rund 13 Einsätzen pro Monat und fünf produktiven Stunden je Einsatz. Es ist keine Preisempfehlung: Zeitbedarf, Stundenverrechnungssatz, Material, Fahrten und Zuschläge müssen für das konkrete Objekt neu kalkuliert werden.
Typische Fehler und bessere Lösungen
- 1. Fehler: Pauschal „Büroreinigung“ ohne Raumliste anbieten.
- 2. Fehler: Intervalle und Ausschlüsse offenlassen.
- 3. Fehler: Nur Arbeitszeit statt Vollkosten kalkulieren.
- 4. Fehler: Zusatzleistungen nicht bepreisen.
- 5. Fehler: Änderungen nur mündlich vereinbaren.
Unklare Angebote führen später zu unbezahlter Mehrarbeit. Leistungsumfang, Intervalle, Preisannahmen und Zusatzleistungen müssen deshalb zusammenpassen.

Nächster Schritt mit FixKlar Free
Nutze FixKlar Free, um Objektaufnahme und Angebotsdaten strukturiert vorzubereiten. Vertiefe außerdem den Ratgeberbereich für Reinigungsfirmen, den Ratgeber Reinigungsangebot schreiben und die Stundensatz-Kalkulation. Ausführliche Angebotsvorlagen stehen in FixKlar Pro bereit.
Häufige Fragen
Welche Angaben gehören in ein Büroreinigungsangebot?
Neben Parteien und Preis braucht es vor allem eine eindeutige Leistungsbeschreibung, Intervalle, Objektbezug, Bedingungen und Zusatzleistungen.
Ist ein Pauschalpreis besser als Stundenabrechnung?
Ein Pauschalpreis ist für regelmäßige, klar definierte Leistungen planbar. Bei unklarem oder wechselndem Aufwand kann eine Stunden- oder Zusatzregel sinnvoll sein.
Wie detailliert muss die Leistungsbeschreibung sein?
So detailliert, dass Kunde und Reinigungsteam denselben Umfang verstehen. Räume, Tätigkeiten und Intervalle sollten eindeutig zugeordnet sein.
Was passiert bei Mehrarbeit?
Definiere vorab, welche Leistungen zusätzlich berechnet werden und wie eine Freigabe erfolgt. So vermeidest du unbezahlte Sonderaufträge.
